Mit Mokhtar va chercher les papiers à Paris wird das Theater zu einem sensiblen und notwendigen Raum der Rede. Allein auf der Bühne gibt Michel Côme einem Mann in Bewegung eine Stimme, der zwischen zwei Ländern, zwei Realitäten und zwei Arten zu existieren gefangen ist. Die Erzählung schreitet wie ein innerer Weg voran, der aus Aufbrüchen, Zweifeln, Hoffnungen und Konfrontationen besteht, wobei das Exil nie abstrakt, sondern zutiefst menschlich ist.
Das Stück hinterfragt auf subtile Weise die Gründe, die einen dazu veranlassen, sein Land zu verlassen, die Hindernisse, auf die man stößt, wenn man einmal woanders ist, und die Art und Weise, wie man diese Realität leben kann, ohne auf Intelligenz oder Herz zu verzichten. Zwischen Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit vermeidet der Text Abkürzungen und vereinfachende Diskurse, um eine verkörperte, luzide und zutiefst aktuelle Reflexion zu bieten.
Durch eine direkte Schreibweise und eine lebendige Interpretation lädt das Stück das Publikum ein, Migrationswege anders zu betrachten, den Geschichten hinter den Worten zu lauschen und sich von einem aufrichtigen Wort berühren zu lassen, ohne Naivität, aber auch ohne Angst. Ein engagierter, intimer und universeller Theatervorschlag, der noch lange nach dem letzten Wort nachhallt.